*** This is a write-up on the 7th Symposium on KM in Karlsruhe, Germany on October 8th, 2009. Being a nominee for the award “Nachwuchspreis Wissensmanagement 2009″, I was invited to attend the event. It was great – particularly as a prelude to the KnowledgeCamp 2009 taking place the two days after. ***
08.10.2009: 7. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement
Fast entstand der Eindruck, man habe sich im Siemens Industriepark verlaufen, sei um die falsche Ecke gebogen und womöglich in den falschen Veranstaltungsraum gestolpert. Nachdem die Karlsruher Bürgermeisterin nicht die Willkommensworte sprach, folgte eine Demonstration interaktiver Videos durch Prof. Franz Lehner, der den meisten wohl bekannt ist – dennoch blieben Zweifel. Ein Blick auf die Agenda zeigte eine bunte Themenauswahl: Mitarbeiterführung, Bücher online sowie offline, Bilder, TV, Radio, Multimedia.
In der ersten Pause wurde heiß diskutiert. Darüber, dass Wissensmanagement an der Praxis vorbei schramme, Wissensmanager irrelevant jedoch strukturierte Ablagesysteme umso unabkömmlicher seien. Rasch verlor man sich in der Deutung von Begriffen. Eine Dame verließ die Veranstaltung vorzeitig.
Während Prof. Nieschmidt (mit Witz und Geist die ihresgleichen suchen) die Geschichte der Menschheit auf einem Flipchart zum Leben erweckte und in gefühlten zwanzig Minuten Luther, Calvin, diverse Bischöfe, Ritter, Bauern, Katholiken, Henry Ford und den ganz normalen Firmenalltagswahnsinn über die Bühne trieb, blieben jegliche Zweifel auf der Strecke: Prof. Nieschmidts Vortrag war einfach zu rasant.
Beim Mittagessen lobte man die schöne Siemenskantine, besuchte die Siemenswiesn und freute sich ob der guten Unterhaltung. Schließlich hatte man die letzten eineinhalb Stunden fast durchgehend gelacht.
Nach der Verleihung des Nachwuchspreises trennte sich die Gesellschaft in Liebhaber des Lesens, des Rundfunks und der Malerei.
Letzteren stellte Christine Kranz die von ihr entwickelte Symbolon-Methode® vor. Unter der Überschrift “Die Macht der Bilder” war man dazu angehalten, sich angesichts großer Kunst schwerwiegende Fragen zu stellen: “Welches Tier sind Sie?”, “Wo möchten Sie in diesem Bild gerne sein?” Die Bilder sollten hierbei als Reflektionsfläche dienen.
Reflektionsflächen hielt auch der nachfolgende Beitrag vor. Virtuelle Autofelgen in Alu geschmiedet oder aber Stahl gegossen sind für das Fraunhofer IGD ebenso eine willkommene Herausforderung wie der Dom zu Pisa rekonstruiert aus ein paar hundert Urlaubsbildern (ohne die geliebten Partner der Amateurknipser im Blickfeld).
Erst beim kabarettistischen Schluss-Akkord des Theaters Interaktiv wurde sanft daran erinnert, dass man Teilnehmer eines Wissensmanagement-Symposiums war. Dies hätte dank der wirklich guten Unterhaltung und der tollen Stimmung fast in Vergessen geraten können.
Einige Tage später nun hält sich der positive Eindruck hartnäckig und hinzu gesellt sich ein leises Erkennen:
Ritter, Bauern, Calvin, Katholiken, Mitarbeiterführung, Bücher online, Bücher offline, mächtige Bilder, Rundfunk und Multimedia, Arbeit als soziale Interaktion und der Beruf als Berufung bilden das Gefüge, in welches sich das Wissensmanagement einreihen muss. Hätten wir den gesamten Tag über Definitionen gestritten und WM neu erfunden, wäre die einzelne Dame aus der ersten Pause vielleicht nicht die einzige geblieben, die das Symposium frühzeitig verließ.
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An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim AKWM Karlsruhe e.V. für die Einladung der Endplatzierten des Deutschen Nachwuchspreis Wissensmanagement 2009 zum 7. Karlsruher Symposium für WM bedanken. Den Wein werde ich einlagern, bis ich die gedruckte Version meiner Diss in den Händen halte.
Und natürlich herzlichen Glückwunsch an Martin Böhringer zur Erstplatzierung!


